Porto Santo Stefano, Juni 1906. Die toskanische Sonne taucht die malerische Küstenstadt Monte Argentario in goldenes Licht. Touristen flanieren durch die Gassen, genießen das Meer und die mediterrane Idylle. Doch an diesem sonnigen Sommertag wird die Ruhe des Badeortes jäh zerstört.
Azzaria Lattes, der 48-jährige jüdische Bürgermeister von Monte Argentario, wird tot vor seiner Haustür in der Via dello Sconcione aufgefunden – erschossen, mit einer Kugel im Kopf. Der beliebte und respektierte Politiker, der erst seit gut einem Jahr im Amt ist, stirbt in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 1906. Die Nachricht erschüttert nicht nur die Bewohner und Badegäste, sondern findet schnell ihren Weg in die lokalen und nationalen Zeitungen.
Kommissar Ginanneschi übernimmt die Ermittlungen. In einer Zeit großer sozialer und wirtschaftlicher Umbrüche – Italien industrialisiert sich, alte Strukturen brechen auf, neue Spannungen entstehen – muss er die Wahrheit ans Licht bringen. Mit den modernsten forensischen Methoden seiner Zeit beginnt der Kommissar seine Spurensuche: Patronenhülsen werden untersucht, Zeugen befragt, Alibis überprüft. Doch je tiefer er in den Fall eindringt, desto mehr Fragen tauchen auf. Wer hatte ein Motiv? Welche verborgenen Interessen spielten eine Rolle? Und warum schweigen manche Zeugen hartnäckig?
Was als klassische Mordermittlung beginnt, entwickelt sich zu einem komplexen Geflecht aus politischen Machtspielen, gesellschaftlichen Vorurteilen und persönlichen Geheimnissen. Die Ermittlungen werden zur Momentaufnahme einer Ära, in der sich Italien zwischen Tradition und Moderne bewegt – und in der ein Mord mehr verrät als nur die Tat eines Einzelnen.
Fazit
Ein Mord unter der toskanischen Sonne (Originaltitel: “Il caso Lattes”) ist ein packender historischer Krimi, der auf wahren Begebenheiten basiert.
Gualtiero Della Monaca, Marco Consentino und Carlo Rispoli rekonstruieren einen realen Kriminalfall mit akribischer Genauigkeit – Namen der Protagonisten, Zugfahrpläne, dokumentierte Beweise, Zeitabläufe, Topografie, sogar Wetterbedingungen entsprechen den historischen Fakten. Doch bis heute sind die entscheidenden Akten zu diesem Fall verschollen. Ein True-Crime-Fall aus dem frühen 20. Jahrhundert, der die dunklen Seiten der Belle Époque enthüllt und als Graphic Novel zum Leben erwacht.
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